Geschichte

Die Geschichte des Docks

Von NeXTSTEP bis macOS Tahoe

Das NeXTSTEP-Dock

1988 veröffentlichte NeXT, Inc. NeXTSTEP 0.8, das die erste Version des Docks enthielt. So stellte Steve Jobs der Welt das Dock vor:

„Das Dock – Wenn Anwendungen laufen, können Dinge verloren gehen. Diese Symbole können verdeckt werden, und vielleicht möchten Sie jederzeit Ihre E-Mails lesen können. Deshalb können Sie jedes beliebige Symbol auf eine dieser Dock-Positionen ziehen, wo es einrastet und angedockt wird. Sobald es angedockt ist, kann sich nichts mehr davor schieben. So haben Sie die Anwendungen, die Sie verwenden, immer griffbereit. Sie können es ganz nach Ihren Wünschen anpassen, und nichts wird je verhindern, dass diese Dinge stets auf einen Blick erreichbar sind. Darum geht es beim Dock.“

Steve Jobs, Davies Symphony Hall, San Francisco, 12. Oktober 1988

Das NeXTSTEP-0.8-Dock von 1988
NeXTSTEP-0.8-Dock (1988)

Mac OS X Developer Preview 3

Steve Jobs präsentierte die Aqua-Oberfläche erstmals am 5. Januar 2000 auf der Macworld 2000. Dabei zeigte er zum ersten Mal Animationen zum Minimieren und Maximieren von Fenstern. Dies war die erste Rückkehr des NeXTSTEP-Docks in einer Version von Mac OS X, die als Mac OS X Developer Preview 3 veröffentlicht wurde.

Das Dock von Mac OS X Developer Preview 3
Dock von Mac OS X Developer Preview 3 (2000)

Das Dock der öffentlichen Betaversion von Mac OS X

Auf der Apple Expo 2000 präsentierte Steve Jobs während der Keynote am 13. September die öffentliche Betaversion von Mac OS X samt einem weiter verfeinerten Dock. Das Publikum zeigte sich von der Vergrößerungsfunktion beeindruckt, die wohl vor allem die flüssige Grafik der neuen Aqua-Oberfläche demonstrierte.

Das Dock der öffentlichen Betaversion war eine flache, weiße, durchscheinende Leiste mit den für die frühe Aqua-Optik typischen Nadelstreifen. Kritiker bemerkten sofort die Kinderkrankheiten: Da das Dock zentriert ist, verschiebt sich beim Hinzufügen oder Entfernen eines Symbols die Position aller anderen Symbole.

Das Dock der öffentlichen Betaversion von Mac OS X
Dock der öffentlichen Betaversion von Mac OS X (2000)

Mac OS X 10.0 Cheetah – das Dock wird ausgeliefert

Mit Mac OS X 10.0 erreichte das Dock alle Mac-Benutzer. Es vereinte das NeXT-Dock und das NeXT-Shelf in einer einzigen Leiste: zum Starten und Wechseln von Apps, zum Ablegen minimierter Fenster – samt dem berühmten Trichtereffekt – sowie als dauerhafter Platz für Dateien und Ordner am rechten Ende.

Das Design übernahm die geriffelte Nadelstreifenoptik von Aqua aus jener Zeit. Rezensenten waren gleichermaßen angetan und skeptisch; John Siracusa von Ars Technica argumentierte bekanntlich, das Dock übernehme viel zu viele Aufgaben gleichzeitig, um optimal bedienbar zu sein. Über Jaguar, Panther und Tiger hinweg wichen die Nadelstreifen allmählich einer schlichteren, durchscheinenden Leiste, doch das Grundprinzip blieb unverändert.

Der Schreibtisch und das Dock von Mac OS X 10.0 Cheetah
Dock von Mac OS X 10.0 Cheetah (2001)

Leopards dreidimensionale Glasablage

Mac OS X 10.5 Leopard verlieh dem Dock seine bis dahin markanteste Neugestaltung: eine dreidimensionale, spiegelnde Glasablage. Die Symbole schienen auf einem Sims zu stehen und warfen Spiegelungen und Schatten; außerdem kamen Stacks hinzu, mit denen sich Ordnerinhalte auffächern ließen.

Die visuellen Effekte polarisierten. Kritiker beanstandeten die Spiegelungen, die blassblauen Anzeigen für laufende Apps und schwerer unterscheidbare Dateien – die Bedienbarkeit wurde der Optik geopfert. Dennoch blieb die 3D-Ablage über Snow Leopard, Lion, Mountain Lion und Mavericks hinweg bestehen und erhielt dabei eine Milchglasoptik sowie bessere Unterstützung für mehrere Monitore.

Der Schreibtisch und das dreidimensionale Dock von Mac OS X 10.5 Leopard
Dock von Mac OS X 10.5 Leopard (2007)

Yosemite wird flach

OS X 10.10 Yosemite war die größte visuelle Neugestaltung seit Jahren, und das Dock gab den Ton an: Die 3D-Ablage wich einer flachen, vereinfachten, zweidimensionalen Fläche, die der Designsprache von iOS 7 entsprach. Yosemite führte außerdem eine Option für ein dunkles Dock ein – Jahre bevor mit Mojave auch der Rest des Systems nachzog.

Der Schreibtisch und das flache Dock von OS X 10.10 Yosemite
Dock von OS X 10.10 Yosemite (2014)

Big Sur schwebt frei

macOS 11 Big Sur brachte laut Apple das „größte Design-Upgrade seit der Einführung von Mac OS X“. Das Dock löste sich vom unteren Bildschirmrand und schwebte nun mit abgerundeten Ecken; zudem wurde jedes App-Symbol als iOS-typisches abgerundetes Quadrat neu gestaltet. Noch nie hatten sich Mac und iPad optisch so sehr geähnelt.

Der Schreibtisch und das schwebende Dock von macOS 11 Big Sur
Dock von macOS 11 Big Sur (2020)

Tahoe und Liquid Glass

Mit macOS 26 Tahoe übernahm das Dock Apples Designsprache Liquid Glass – eine glasartigere, transparentere Optik, die den dahinterliegenden Schreibtisch bricht. Siebenunddreißig Jahre nachdem Steve Jobs erstmals ein Symbol auf einem NeXT-Würfel einrasten ließ, ist das Dock noch immer unverkennbar dieselbe Idee: Ihre Apps, stets auf einen Blick erreichbar.

Der Schreibtisch und das Liquid-Glass-Dock von macOS 26 Tahoe
Dock von macOS 26 Tahoe (2025)

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